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Die digitale Erfassung der Landschaft - Skizzenbuch 30

Wiiwegli

Schon beim ersten Mal auf dem Teilstück des Wiiwegli von Staufen über Grunern, Kastellberg usw. nach Müllheim hatte ich Notizen gemacht und u. a. nach Grunern den Bettlerpfad genommen, vorbei an der Straußenwirtschaft Probst über die Ziegelhofstr. Richtung Kastellberg. Die Sonne begann gerade das Sulzburger Tal zu beleuchten und so konnte ich von einer Bank sowohl über Sulzburg als auch Richtung Dottingen, Laufen und Britzungen blicken. "Unterwegs 2017-2018" fasst die 2017 entstandenen Zeichnungen von diesem Weg zusammen.

Der Riedboden

Dieses unscheinbare Stück feuchte Wiese mit Erlen- und Haselnussgestrüpp bewachsen, dazwischen verholzte Kirschbäume und ein Walnussbaum, Brombeerhecken, vereinzelte Tannen und anderes mehr, dahinter neben Walnussbäumen ein Spargelacker, eine Reihe Obstbäume, ein einfacher Zaun, das angrenzende Feld eine Pferdewiese. Völlig unspektakulär, im landwirtschaftlichen Sinne vielleicht gar nicht nutzbar oder anders zu bewirtschaften. Dieser Flecken entzieht sich dem gleichmäßigen Reihenmuster der umgebenden Rebenlandschaften, ist ungeordnet und undurchdringlich. Solche chaotischen Flecken fallen in der ansonsten geordneten Kulturlandschaft ins Auge.

Ein schöner Dezembertag, etwas Sonne und Fernsicht bis 50 km gestatteten vom Neuenberg in der Nähe der Vögisheimer Grillhütte einen weiten Blick über die Rheinebene und über die Orte nördlich von Mulhouse mit dem Grand Ballon als Hintergrund.

 

Digitales Zeichnen

Statt auf Papier oder Karton zeichne ich auf ein kontaktsensitives Tablett mit einem passenden Stift, bei dem Linienstärke und Farbe, An-und Abschwellen der Linien je nach Druck, direkt auf einem Bildschirm dargestellt werden. Verwischer, Ineinanderlaufen von Linien und Farben, Wasserflecken und anderes mehr sind Nuancen von Stift- oder Pinseleinstellungen über eine Programmoberfläche.

Mit diesem Werkzeug werden heute komplette Zeichentrickfilme, alles Bildmaterial für digitale Spiele, Foto- und Filmbearbeitungen und vieles andere mehr bewältigt. Die Kombination von Programmen, Tastatur, Maus, Stift, 3D-Ball gestatten eine Vielzahl von zeichnerischen Möglichkeiten, Effekten und Darstellungen. Trotzdem ist die Kenntnis über Tiefe, Volumen, Struktur, Pespektive, Bildaufbau kein Automatismus, sondern es bedarf der Aneignung und Übung, um die verführerischen digitalen Werkzeuge sinnvoll einzusetzen. Die Fertigkeiten manuellen Zeichnens sind eine wesentliche Voraussetzung zur Umsetzung ins Digitale. Dass die Arbeit gleich digital ist, erleichtert im täglichen Ablauf vieles. Das langwierige einscannen, retuschieren und korrigieren entfällt.

Als Vorlage und zur Orientierung für diese Zeichnungen dienen Fotos, deren Auflösung und Detailgenauigkeit noch jede Menge Raum lässt, um das Bild in individuelle Schraffuren und Strukturen umzusetzen.