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2019 - Zeichnerische Entdeckung neuer Strukturen

Meine Skizzenbücher sind nicht chronologisch nummeriert, sondern mehr oder weniger zufällig mit einer fortlaufenden Nummer bezeichnet worden. Manche Bücher sind über Jahre in Benutzung und enthalten Zeichnungen aus den Jahren 2003, 2005 oder 2010. Mal lag es am Format des Buches oder am Papier, in welchem Buch die jeweilige Zeichnung landete. Oft fehlt ein Tagesdatum, obwohl ich mir es mittlerweile des besseren Überblicks willen zur Gewohnheit machte, unter jede Zeichnung ein Datum zu setzen.

Skizzenbuch 22

Skizzenbuch 24

Skizzenbuch 25

Skizzenbuch 26

Skizzenbuch 28

Skizzenbuch 29

Das Zeichnen in der Natur ...

... bedeutet, Gesehenes aus der dreidimensionalen Welt in eine zweidimensionale Fläche zu übersetzen, Objekte wie Bäume, Landschaftsverläufe und Häuser in gegebenenfalls perspektivischer, räumlich richtiger Verkürzung, auf das Papier zu bringen und Körper in Flächen aus Linien und Strukturen zu verwandeln. Diese drei Schritte sind eine fortwährende Koordination von Kopf, Auge und Hand, der kognitiv-technischen Seite des Zeichnens. Licht, Schatten, Schärfe, Unschärfe, Hell-Dunkel, Schraffuren und Strukturen, Weglassungen, Komposition oder Bildaufbau sind die Bestandteile jedes Bildes und in ihrer reduzierten Form, einer Zeichnung.

Die tatsächliche Herausforderung im Angesicht einer Landschaft ist, dass für jedes Element eine zeichnerische Entsprechung gefunden werden muss. Blätter, Geäst, Grashalme, Bäume, Wolken, Dachziegel, usw. Dann kommt der Abstand vom Objekt hinzu. Je näher, desto mehr Details sind darzustellen. Je größer die Distanz, desto mehr zeichnerische Strukturen sind zu erfinden. Aus diesem Grunde nenne ich das "stenografieren"; es sind grafische Kringel und Striche, in denen wir später eine Wiese, Geäst, einen ganzen Wald usw. erkennen werden. Das Zeichnen im Freien fordert uns zur Erfindung immer neuer Strukturen und Muster heraus.